Das Buch ist eine Auszeit, ein Abtauchen, der Rückzug aus der Normalität, Urlaub im kleinen Format, ein Augenblicks­paradies.

Ein Buch bietet mehr: es ist auch eine Kunstform, ein wertvolles rares Objekt, dessen Zeitaufwand nicht am gängigen Markt gemessen werden kann. Bibliophile Bücher sind keine Alltagsgegenstände – sie sind Sammlerstücke, etwas fürs Herz und für saubere Hände. Bei Ausstellungen sind sie oft in Vitrinen eingesperrt: Überbleibsel eines aus­sterbenden Handwerks. Bibliophile Bücher können ver­zaubern, sind Luxus-Appartements für einen Text. Sie sind wie seltene Tiere aus dem Regenwald. Wenn sie hervor­kommen, kannst du nicht aufhören, hinzusehen. Bibliophile Bücher können nicht zwischen Tür und Angel entstehen. Sie fordern Ruhe und eine entsprechende Werkstatt. Sie nör­geln wie verzogene Geschwister, und es ist eine Heraus­forderung, den längeren Atem zu haben.

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