Das Leben ist laut, voller Farbe, ein Supermarkt nach 16 Uhr – muss sich das Auge daran gewöhnen, in Farbe zu ersaufen, diesen Hahnenwettstreit ertragen?
Meine Zeichnungen sind stille Räume. Sie spüren der leisen Welt nach, als würden alle Fernsehgeräte und Radios mit einem Mal verstummen. Sie übersetzen Geschehnisse in übereinander gelegte, feine Strukturen, die jede Aufgeregtheit aussparen. Meine Zeichnungen müssen nicht laut sein. Sie wollen sezieren, sich behutsam den Bildmotiven annähern. Ich begreife meine Arbeit an großformatigen Zeichnungen als eine Art der Meditation. Die Zeichnung hat ihre eigenen Gesetze. Der nackte Untergrund besitzt in seiner vollkommenen Leere auch Schönheit. Sobald der Bleistift das Papier berührt, wird diese Stille zur notwendigen Melodie. Die ersten suchenden Striche umreißen das Spielfeld der Texturen. Ich bin nicht nur Zeichner, auch Zuschauer dessen, was passiert – gespannter Zuhörer.
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